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Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke, einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Sprache, wurde 1875 in Prag geboren. Seine Leistungen, die Welt der Poesie durch innovativen Sprachgebrauch und dem Hinzufügen neuer Bildwelten und philosophischer Fragestellungen zu erweitern, gelten als einzigartig. Rilke schrieb auch an Erzählungen und Bühnenstücken, die Züge der Romantik tragen. Er ging als Einzelkind aus einer unglücklichen Ehe hervor, seine Kindheit wird ebenfalls als unglücklich beschrieben. Seine Eltern schickten ihn auf die Militärschule, er sollte die Offizierslaufbahn einschlagen, eine Karriere, der Rilke ablehnend gegenüberstand. Mit der Hilfe seines Onkels, der schon früh erkannt hatte, dass sein Neffe außerordentlich begabt war, konnte Rilke die Militärschule verlassen und auf ein deutsches Gymnasium gehen. Als er sich 1895 an der Karls-Universität in Prag einschrieb, war ihm bewusst, dass er eine literarische Karriere einschlagen würde: Er hatte im Jahr zuvor bereits seinen ersten Gedichtband Leben und Lieder veröffentlicht. Gegen Ende des Jahres 1895 folgte mit Larenopfer sein zweiter Band, 1896 mit Traumgekrönt sein dritter. Im gleichen Jahr verließ Rilke die Universität, um nach München überzusiedeln, darauf folgte ein Aufenthalt in Italien. Seine Reise nach Russland im darauffolgenden Jahr 1897 wurde zu einem Meilenstein in Rilkes Leben und markierte den tatsächlichen Beginn seines literarischen Schaffens. Er traf auf den jungen Tolstoy, dessen Einfluss in Rilkes Erzählungsband Geschichten vom lieben Gott (1900) spürbar ist, genau wie auf den Maler Leonid Pasternak (Vater des damals neunjährigen Boris). Nach seinem Russlandaufenthalt lebte Rilke eine Zeit in der Künstlerkolonie Worpswede. Dort lernte er Clara Westhoff kennen, ihres Zeichens Bildhauerin und Schülerin Rodins. Die Eheschließung folgte kurze Zeit später. Ab 1902 arbeitete Rilke als Sekretär Rodins, die folgenden zwölf Jahre in Paris gelten als seine produktivste Schaffenszeit. 1905 erschien Das Stunden-Buch, ein erster Höhepunkt seines Werks, 1907 Neue Gedichte, gefolgt von seinem einzigen Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Während seines ganzen Lebens unternahm Rilke zahlreiche Reisen, nach Italien, Spanien und Ägypten unter anderem, doch blieb Paris immer das Zentrum seines Lebens, als der Ort, an dem er, beeinflusst von der Malerei, seinen neuen Stil innerhalb der Lyrik entwickeln konnte. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war Rilke gezwungen, Frankreich zu verlassen und zog nach München. 1919 siedelte er in Schweiz, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Hier entstanden seine beiden letzten Werke: Duineser Eligien (1922) und Die Sonette an Orpheus (1923). 1926 starb er an Leukämie. Zum Zeitpunkt seines Todes besaß Rilke leidenschaftliche Fürsprecher seines Werks in europäischen Künstlerkreisen, war jedoch einem breitem Publikum völlig unbekannt. Heute gilt Rainer Maria Rilke in der Weltliteratur als einer der großen Meister des Verses.

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