USA Archive | The Short Story Project

Jonathan Lethem – amerikanischer Autor von Romanen, Essays und Erzählungsbänden – ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der Vereinigten Staaten. Er wurde 1964 in New York geboren und besuchte das Bennington College. Sein Werk umfasst zehn Romane, darunter Die Festung der Einsamkeit (2003) und Motherless Brooklyn (2001), welcher mit dem National Book Critics Circle Award, dem Salon Book Award sowie dem Gold Dagger der Macallan Crime Writers Association ausgezeichnet wurde. Lethem ist Autor von fünf Erzählungsbänden, einer Novelle, eines Comics und einer Essaysammlung. Beiträge von ihm erschienen unter anderem im New Yorker, dem Rolling Stone oder in McSweeney´s. Er wuchs als ältestes dreier Kinder der Politikaktivistin Judith Frank Lethem und dem Avantgarde-Maler Richard Brown Lethem auf. Sein Vater war Protestant, seine Mutter Jüdin. Sie verstarb an einem Gehirntumor, als er 13 Jahre alt war. Die Familie lebte in einer Kommune im Brooklyn in Zeiten vor der Gentrifizierung. Jonathan Lethem verbrachte zwölf Jahre in Kalifornien, während der er als Verkäufer in Läden für gebrauchte Bücher arbeitete und in seiner Freizeit schrieb. Seine erste Erzählung wurde 1989 veröffentlicht. Lethems erster Roman Gun with Occasional Music erschien 1994. Er verbindet Science-Fiction mit einer Detektivgeschichte und handelt von sprechenden Kängurus, einer futuristischen Drogenszene und kryogenen Gefängnissen. Elemente dergestalt charakterisieren viele seiner späteren Bücher. Lethem lebt mit seiner dritten Frau und dem gemeinsamen Sohn in Brookyln, New York.

Lorrie Moore ist eine US-amerikanische Autorin, sie wurde 1957 in New York geboren. An der University of Wisconsin lehrt sie Englische Literatur. Ihre erste Veröffentlichung Leben ist Glückssache (1985, dt. 1991) wurde von der Kritik als humorvolle, literarische Parodie auf die zu jener Zeit gängigen Self-Help-Bücher gefeiert. Nach ihrem Debüt folgten drei Erzählungsbände, ein Kinderbuch und drei Romane. Erwartungshaltungen ­ insbesondere in Hinblick auf Genres des Sachbuchs ­ subversiv zu unterlaufen und diese dem Leser mit Humor und Tiefenschärfe vor Augen zu führen, spielt auch in ihren Romanen eine wesentliche Rolle. Zu Themen der Literatur und des Films schreibt sie regelmäßig für die New York Review of Books. Für ihr schriftstellerisches Werk wurde Lorrie Moore mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (u. a. mit dem National Endowment for the Arts Award und dem O. Henry Prize).

Lucia Berlin war eine amerikanische Autorin, sie schrieb 77 Erzählungen und veröffentlichte sporadisch während der sechziger, siebziger und bis in die achtziger Jahre. Berlin wird 1936 in Alaska geboren, ihr Vater ist Bergbauingenieur, sie verbringt ihre Kindheit in verschiedenen Bergbausiedlungen in Idaho, Kentucky und Montana. Nach dem zweiten Weltkrieg zieht die Familie nach Santiago de Chile. 1955 beginnt sie ihr Studium an der Universität von New Mexico. Hochzeit, die Geburt zweier Söhne, Scheidung folgen. Um die Zeit, als sie sich mit den Jazzmusikern Race Newton und Buddy Berlin anfreundet, beginnt sie zu schreiben. Sie heiratet Race Newton, geht mit ihm nach New York, trennt sich kurz darauf und reist 1961 mit Buddy Berlin nach Mexiko. Er wird ihr dritter Ehemann, die beiden haben zwei Söhne. 1968 folgt die Scheidung. Die Jahre zwischen 1971 und 1994 verbringt Lucia Berlin in Berkeley und Oakland, wo sie als Highschool-Lehrerin, Telefonistin, Putzfrau und Arzthelferin arbeitet, während sie schreibt und trinkt. Der Poet und Hochschullehrer Edward Dorn holt sie an die University von Colorado, wo sie sechs Jahre als Dozentin tätig sein wird. 2004 verstirbt sie in Marina del Rey. Was ich sonst noch verpasst habe, eine Auswahl ihrer Erzählungen, erschien im August 2015 und landete umgehend auf der New York Times-Bestsellerliste. In den Besprechungen wurde sie als literarisches Genie gefeiert, das ihren verdienten Platz im Kanon der amerikanischen Short Story endlich erobert hat.