Ein Abend mit Überlänge. Zur Kunst des japanischen Dichters Yasushi Inoue

David Wagner On:

Ein Abend mit Überlänge. Zur Kunst des japanischen Dichters Yasushi Inoue von Volker Zastrow

Ein Abend mit Überlänge ist, seit ich die Erzählung in der Zeitschrift Merkur gelesen habe, bei mir geblieben. Alle Jahre wieder mußte ich an sie denken. Als ich sie nun heraussuchte, war ich ganz erstaunt, daß schon neunzehn Jahre vergangen sind, seit sie zum ersten Mal erschienen ist. Damals, im Februar 1998, war ich ungefähr so alt wie die junge Frau, die in der Geschichte mit Hilfe von Tränen den Abdruck eines Artikels erpreßt. Heute bin ich älter als die fast vierzigjährige Erzählerfigur – und weiß von den Problematiken des Privatlebens mit Frau und Ex-Frau und Kind. Beim Wiederlesen mußte mir also auffallen: mit den Jahren bin ich auf die andere Seite der Geschichte gewandert. Handelt es sich bei „Ein Abend mit Überlänge“ überhaupt um eine Erzählung? Oder doch um einen Essay, wie im Text behauptet wird, einen Essay, der, wie der Untertitel verrät, ein Beitrag Zur Kunst des japanischen Dichters Yasushi Inoue sein möchte? Ach, entscheiden Sie selbst, lieber Leser. Lesen Sie einfach. Und danach auch Inoue. Es lohnt sich.