Schokolade

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Schokolade von Manju Kapur

Das, was Manju Kapur schreibt, dreht sich häufig um den Status der Frau in der indischen Gesellschaft, insbesondere im ehelichen Kontext. Das mag nicht verwundern, wenn man bedenkt, dass in ihrem Kulturkreis die Zukunft vieler Frauen immer noch maßgeblich von der Ehe abhängt, die ihre Eltern arrangieren. „Schokolade“ – eine Erzählung, die in Indien an den Universitäten durchgenommen wird – handelt also in erster Linie von einer Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt. Zu Beginn scheint die zähe, süße Schokolade ein übelmachender Kit, der zwischen den Wörtern pappt und jeden noch so kleinen Riss in der Beziehung zwischen Tara und Abhay überdecken soll. Tara wird nicht nur gemästet, um sie in eine folgsame Gattin zu verwandeln, sie wird gleichzeitig auch für den Verlust ihrer Weiblichkeit verantwortlich gemacht. Doch kommt Tara zur Vernunft und entscheidet, Rache zu nehmen: Ihr wolltet eine richtige Hausfrau? Eine richtige Hausfrau sollt ihr haben! Auf wundervolle Weise dreht sie den Spieß um…