Elisa R.V. García | aus dem:Englischen

Das Quadrat

Übersetzt von : Elisa R.V. García

Sonnenlicht schlich ins Zimmer und formte einen weißen Rahmen um den kleinen dunklen Vorhang, der das Fenster bedeckte. Das Glimmen um das verdunkelte Fenster erinnerte ihn an Malewitschs Schwarzes Quadrat. Er seufzte. Vera hätte über diese lächerliche Vorstellung bestimmt gelacht. Er saß am Bettrand und dachte mit einem Gefühl des Unbehagens über seine Pläne nach. Die Kiste stand im Wohnzimmer. Er wollte sie öffnen und hoffte auf ein mystisches Erlebnis.

Er beschloss, alle Spiegel im Haus zu bedecken. Mit diesem Augenblick wollte er die Wirklichkeit nicht konfrontieren, eher wollte er vor ihr fliehen. Sollte er vielleicht andere Kleidung anziehen? Er hatte sich von der Arbeit entschuldigt und aus reiner Gewohnheit seine Freizeitkleidung angezogen. War sie geeignet? Vielleicht war sie es. Schließlich verbrachten sie die meiste Zeit an Wochenenden und Urlauben miteinander.

Er begann seine Aufgabe mit der sorgfältigen Bedeckung von jedem einzelnen Spiegel. Als er fertig wurde, wischte er den Staub von dem Polsterhocker, wo Vera gerne saß.

Er nahm das Paket und setzte es vorsichtig neben den Polsterhocker. Er öffnete es und fand darin eine weitere Schachtel. In der kleineren Schachtel befand sich ein Kopf aus Styropor, der die Perücke am Platz hielt. Er nahm die Perücke und atmete tief ein. Die Perücke roch nicht wie sie, sah aber blendend aus. Er legte die Perücke auf seine sorgfältig gekämmten Haare. Er saß still und las die Notiz auf der Rechnung:

„Nach Ihren Wünschen haben wir das Haar Ihrer Frau so gelegt wie auf dem Foto, das Sie uns geschickt haben.“

    arrow2right arrow2right Other readers liked

    Wenn dir diese Story gefallen hat, hier ein paar, die ausgezeichnet dazu passen.