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Prometheus.

Human Gone.
Eine offene Novelle.

 

ICH fälsche Bücher. Das ist kein Geheimnis, denn davon gibt es schon zu viele. Es sind auch nicht immer Bücher. Am liebsten sind mir Memes. Die Kombination Text und Bild. Digital, versteht sich. Einfach. Schnell. Präzise. Ein Bild kann so vieles, so schnell missinterpretieren lassen. Dazu braucht es nicht einmal ein großartiges Programm. Ein falscher Satz darunter und alles bekommt den richtigen Sinn.

Am verhasstesten sind mir Zeitschriften. Frauen-Zeitschriften. Versucht einmal die Überschrift „Damenerguss – Power aus der Hüfte“ für den Feind zu präparieren. Eben. Man muss sich dann über den Kontext zum Objekt vorangeln. Seicht oder nicht seicht, das ist immer die zugrunde liegende Frage. Die zum lesenden Objekt führt. Klingt einfach, ist es nicht. Es macht einen Unterschied, wer liest. Ledig, geschieden, Kettenraucher, Schwanzlutscher. Hetero, schwul, lesbisch oder was dazwischen. Man passt sich den Gegebenheiten an. Genauso wie an das Sprachvermögen. So rudimentär das auch vorhanden sein mag. Schlecht geht es bei Liedtexten. Aber nur, weil die Deep-Face-Deep-Learning-Deep-Shit-Konkurrenz immer mehr mitmischt. Nennt mich altmodisch, Old School Society. Aber ein bisschen analog macht den authentischen, den menschlichen Zug aus. Menschlich anmutendes Einfühlungsvermögen ist unersetzbar. Ist ein Handwerk.

Schwierig war das mit der Freiheit.

Freiheit bedeutet die Freiheit zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. War kein leichter Satz. Man holt sich dann Hilfe. Liest im psychologischen Gutachten nach. Oder gleich im Tagesprotokoll. Was steht dort? ICH-Störung. Gut. Damit kann man was anfangen. Easy. FREIHEIT BEDEUTET ZU SAGEN, DASS DIE SUMME ALLER WAHRSCHEINLICHKEITEN DIE REALITÄT IST. Fand ICH persönlich grandios. Aber hätte sie so etwas überhaupt verstanden? Man muss sie dort abholen, wo sie ideologisch gestrandet sind. Variante 2, passend zu ihrer politischen Einstellung: FREIHEIT IST IMMER DIE FREIHEIT DES BEOBACHTENDEN. Wobei das auch eine haarige Angelegenheit ist. Die gendert doch. Da muss man schauen, wo sie sich noch hineinlesen kann. Und wo das Zitat verschwindet.

Die Kunst ist dabei, sich selbst niemals hineinzuschreiben. Sondern das große Ganze. Man steht ja für das große Ganze. Nur ohne Künstlerego. Wenn Ihr so wollt, macht einen das über alles andere Geschriebene erhaben. Überall sonst gilt: Kein Werk ohne Autor. Dessen Tod wurde nur aus einer post-traumatischen Weltlaune heraus postuliert. Immer, IMMER gibt es einen Autor. Und den gilt es jedes Mal auf‘s Neue kalt zu stellen. Das könnt Ihr auch so verstehen. Einer wie ICH ist der personifizierte Tod des Autors. Muss zum personifizierten Tod des Autors werden.

Solche Gedankengänge würde sie wiederum nicht verstehen. Nur weil ein Vers Dir gelingt in einer gebildeten Sprache, die für Dich dichtet und denkt, glaubst Du schon Dichter zu sein. Gähnende Leere. Kommt bei ihr nur als Sinnspruch in der Reader’s Digest Variante vor. Als Bestandteil eines literarisch vorkauenden Leserpansens. Es braucht also zudem Übersetzerqualitäten. Register-Sprung-Qualitäten. Woher weiß ich, welches Register in ihrem Fall zu tragen kommt? Die Hälfte der Buchrücken in ihrem Regal haben keine Falten. Wurden nie geöffnet. „Wahnsinn und Gesellschaft“ hat sie sich wahrscheinlich nur aufgrund des Titels gekauft. Buchrücken ohne Bildungsrückgrat sind das. Haben die von der Tagschicht übrigens nicht im Protokoll vermerkt. So was fällt denen gar nicht auf. Ob ein gedrucktes Buch gelesen wurde oder nicht, ist kein relevanter biometrischer Parameter. Heißt es dann.

Wisst Ihr, man muss das Objekt nicht leiden können. Aber man muss verstehen, wie es leidet. Man muss wissen, wo man ansetzt. Und dafür braucht es Nähe. Nähe als Zwischendistanz definiert. Die eine gewisse Wahrnehmungsschärfe zulässt. Und diese gilt es unbedingt zu erreichen. Immer schön einseitig. Nähe hat intransitiv zu sein. Sonst verliert sie ihre Wirkungsmacht. Und Macht kann nur gänzlich wirken, wenn sie verinnerlicht wird. Will heißen, nicht von einem fremden Gegenüber verkörpert wird. Bei so einer Aussage würde sie übrigens nie an Foucault denken. Den könnte sie nicht einmal buchstabieren. Und mit Gramsci assoziiert sie höchstens eine Garnelen-Art. Dabei ist dieser linksliberale Lügensprech so gut verwertbar. In dem man Macht mit Bildern und Gesten, mit Sätzen und Lauten in den Alltag eintröpfeln lässt, wird sie verinnerlicht. Und das leise. Steter Tropfen höhlt auch noch den hohlsten Stein. Das Fremde wird durch die eigene Wahrnehmung gefiltert. Einmal dort vorbei, wird es zum eigentlichen Gedankenstrom. Und mündet, wie es soll. Als Einheitsbrei im Über-Es.
Mit links geradeaus nach rechts.

Das ist übrigens nur ein Teil des philosophischen Rüstzeugs, das man mitbringen muss. Weiterentwickeln muss. Da steigt jeder normale Algorithmus der Welt aus. Wenn für den was eine Eins war, dann bleibt’s auch eine Eins. Oder wird eine Null. Der versteht nicht, dass man nach außen eine Eins darstellen soll. Und sich innerlich wie eine Null fühlen muss. Man hat beides und keins davon zugleich zu sein. Die natürliche Quantenlogik der Gesamtgesellschaft. Eine Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Es braucht also mehr als ein einfaches Programm für diesen Job. Aber das sieht niemand.

Geduld ist die Schlüsselkompetenz. Man quält sich immer durch das Halbwissen eines Objekts. Observiert die Enden einer menschlichen Wissensfliege. ICH nenne das Unisex-fliege. (Achtung Wortwitz.) Unisexfliege eines weiblichen Butlers. Eine schwarze fette Eintagsfliege. Die kein Anzug der Welt unterfuttern kann. Die an jedem trans-parenten Fenster scheitern muss. Klatsch. Tut so, als wäre es das Geheimnis eines Objekts. Ist in Wirklichkeit seine Verwundbarkeit. Klatsch. Selten findet man einen, der sich mit wahrem Wissen schmücken kann. Fast immer ist es Halbwissen. Und da fängt meine Arbeit an. Findet man die Enden des Halbwissens, findet man die Schwachstellen. Daran kann man anknüpfen. Darauf kann man bauen. Emotional weiterbauen. Halbwissen lässt sich leicht vervollständigen. Insofern stimmt es schon, dass Halbwissen siegreicher ist als Ganzwissen. Das wusste schon Nietzsche. Es kennt die Dinge einfacher, als sie sind. Und macht damit eine Meinung fasslicher und überzeugbarer. Formbarer. ICH würde nicht sagen, dass man dabei sehr viel mehr wissen muss als das Objekt. Aber wenn ICH weiß, was es nicht weiß. Dann weiß ICH das Wichtigste. Worauf es ankommt. Um das Nicht-wissen wissen. Sokrates lässt grüßen.

Und nur um Eurer Frage zuvorzukommen. ICH werde nie danach gefragt, warum ICH diesen Job mache. Ist doch interessant. Oder? Sie fragen nicht einmal, was genau ICH da mache. Die meisten gehen davon aus, dass ICH Beamter bin. Sie denken, Schreibtisch. Irgendwas mit Sicherheit. Oder drunter noch. Uniform. Selten, dass jemand nach IT-Kenntnissen fragt. Aber mich kann sich der Staat nur als Freelancer leisten. Uns Junge oder Über-Fünzig-Jährige. Wir müssen uns mit dem begnügen, was da ist.

Und wenn mal nichts da ist.

Na dann braucht es halt a bisserl Creative Thinking [kriˈeɪtɪv ˈsɪŋkɪŋ], wie der Wiener sagen würde. Outsourcing kennt viele Facetten. Auch für den Outgecourcten. Keine Win-win-Situation, wenn nicht beide Seiten gewinnen wollen. Also hilft man bei den Quellen nach.

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht. Man lügt nicht.

Man klopft Wahrscheinlichkeiten ab. Nennt Risiken. Wir sollen vor Gefahren warnen, bevor sie eingetreten sind. Es gibt also keine präsenten Tatsachen, denen tatsächlich widersprochen werden könnte. Um die geht es gar nicht. Ein Geschäft mache ICH mit zukünftigen Tatsachen. Die können, müssen aber nicht eintreten. Das nennt man dann präventives Risikomanagement. Oder Vorfeldanalyse. Sie macht die schützende Sicherungsverwahrung möglich.

ICH, um nur ein Beispiel zu nennen. ICH wurde dafür ausgebildet, dem Feind komme-was-wolle ins private Auge zu blicken. Erste Maxime und meine Grundeinstellung. Und kommt der Feind einmal nicht, na dann lässt man den Fokus eben schweifen. Und nimmt, was man findet. Oder was man glaubt zu finden. Oder was man glauben machen kann zu finden. Je nach Wirtschaftslage. Die verlangt Eigeninitiative. Liegt so in der Natur des Marktes. An möglichen Daten mangelt es dabei in der heutigen Zeit nicht. Man muss sie mutig sichten und zu interpretieren wissen. Situationselastisch, hat das einmal ein kluger Mann genannt.

ICH sage, Wahrheit ist dehnbar.

Wie die Zeit, ist Wahrheit von jenem Standpunkt aus abhängig, von dem aus die Beobachtung gemacht wird. Ebenso wie von der Bewegung der beobachteten Massen. Dieses Naturgesetz kennt übrigens jeder Politiker. Jemand wie ICH macht demgegenüber Politik mit kleinen Massen. Mit der kleinen Natur des Menschen. Und bewegt damit so viel Größeres. Grundsatz. Die Kraft der Bewegung liegt immer in den unterschätzten Dingen. Wie in einem Satz. Manchmal nur in einem Wort. Und manchmal müssen Wörter auch kreiert werden.

MEINHEIT, um nur ein Beispiel zu nennen. Meinheit, als ein Handeln im Sinne der Allgemeinheit. Jenes Handeln also, das alle zu meinen haben, wenn sie meinen, etwas zu meinen. Dafür braucht es jeden Einzelnen. ICH streue deshalb Meinheit in jedes Programm, in jedes vorgeskriptete Gespräch, in #dieheimatdieichmeine. Solange der emotionalen Anker geworfen wurde, macht da niemand die Luken dicht. Aber vor allem weiß ICH um die Ohnmacht der Lügenpresse. Klatsch. McLuhan‘sche Medienfütterung in Anwendung. The Medium Eats the Message. Again and again and again. Solange sie nur oft genug retweeted wurde. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit: Mensch ist und bleibt ein Wiederholungstier. Klatsch. Das ist Heimat #diemeinheitdieichmeine.

Das ist #meinheitmachtmaneben.

ICH wiederhole das auch an dieser Stelle gerne für Euch. Wer Sicherheit will, hat nichts zu verbergen. Umgekehrt gilt, wer verbirgt wird somit zum Sicherheitsrisiko. (Achtung Wortwitz.) Transparency interrational. Meine Aufgabe ist es also, Gefahr sichtbar zu machen. Vor allem anhand dessen, WIE kommuniziert wird. Verbal wie non-verbal. Und Körpersprache macht mindestens 60 % einer Aussage aus. Deswegen muss man sie erst hörbar machen. Dabei macht MEIN Ton die Musik. Aktion Sprache Scharf, im Fachjargon. (Achtung Wortwitz.) ASS – you like it, für Laien. Was glaubt Ihr, wie oft ICH mit dieser Aussage konfrontiert werde:

Schauen Sie ruhig. Ich habe nichts zu verbergen.

Man schaut dann genau hin. Und findet immer etwas. Den Rohdiamanten. Wie ICH es nenne. Lasst Euch aber von niemand anderem etwas vormachen. Auch digitales Data-Mining kommt nicht ohne Diamentenschürfer aus. Der Kunde will das Objekt ja nur mit Diamantenstatus. Mit erfolgsversprechender Rendite. MEIN Handwerk ist es also, ihn heraus zu schürfen. Zu schleifen. Zum Glänzen zu bringen. So bekommt er seinen wahren Ausrufewert. ICH schaffe seinen Mehrwert. Für MICH bedeutet das auch keine Arbeit. Arbeit war einmal. Arbeit wird immer nur dann verrichtet, wenn man Kraft entlang eines Weges braucht. ICH finde MEIN finanzielles Auskommen in MEINER Berufung. In MEINER Unternehmensmission mit nachhaltigem Statement: Das Nicht-gesagte sichtbar machen. Klatsch. Im Dienste der Allge-meinheit.

Sie ist für MICH das erste Mal als Aktennummer sichtbar geworden. E244A8513 Verzeichnis IUE (für Inlandsüberwachung). Reine Routinesache. Verdacht auf Falschaussage und PIO (Psychisch instabiles Objekt). Arbeitsauftrag: Abstrakte Informationsgewinnung. So zumindest das Wording der Reformgruppe. Die Objektmarkierung erstellt der Gutachter. Nicht MEIN Aufgabenbereich. Wo darin der Mehrwert für die Staatssicherheits-GmbH liegen soll. Bleibt fraglich. Versteht Ihr, das macht doch keinen Sinn. Warum es zwei oder mehrere Mitarbeiter brauchen sollte. Um zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. So ein Gutachter kennt sein Objekt ja höchstens 20 Minuten lang. Liest die Kurzversion. Sieht erst, was ICH zuvor gesichtet habe. Aber bitte. Man kann so ein Vorgehen dem Kontext einer politischen Goldgräberstimmung zuschreiben. Und dieser Fisch stinkt wie alle anderen auch zuallererst vom Kopf. Aber die Drecksarbeit passiert auch weiterhin im Dunkeln. Untertage. Da wo ICH schürfe.

Für Objekt E244A8513 habe ICH freiwillig die Nachtschicht übernommen. Erstens. Weil bei einem weiblichen PIO das Interessante selten, und wenn, dann nach 2200 passiert. Zweitens. Die Objektbeobachtung beinhaltet damit mindestens einen Ent- und einen Einkleidungsvorgang. Nicht, dass das bei E244A8513 besonders aufregend wäre. Aber es ist insofern relevant, als es eine Erweiterung des Produktportfolios für externe Arbeitsaufträge ermöglicht. Und die Equipmentkosten werden nur zur Hälfte von staatlicher Auftraggeberseite gedeckt. Alles andere muss selbst erwirtschaftet werden. Für die Gewinnspanne zeichnet man also selbst verantwortlich.Dabei lege ICH persönlich größten Wert auf DATENSCHUTZ.(Allein aus Selbstschutz schon.) Gesichter werden ersetzt. Früher nur verpixelt. Fortschritt. Wenn es gar nicht anders geht, werden auch Körperteile an den gewünschten Bodystandard von 9.6.9 zu 101.5.5 angepasst. Je nach Objektveranlagung. Oder lipohypertrophischer Verteilung. Da lässt sich heutzutage gottseidank schon viel machen. Früher musste ICH die richtige Zielgruppe für die jeweiligen Bilder finden. Heute biete ICH die richtigen Bilder für jegliche Zielgruppe. Die Hauptarbeit macht ein primitiver Algorithmus. Passiert jetzt digital in einer Subklasse. Das heißt, Schönheit kann nun tatsächlich im Auge des Betrachters liegen. Von denen bin ICH bekanntlich der Erste. Noch so ein Vorteil. Der Vertrieb war aber immer schon ein Kinderspiel. Man hilft sich da unter Kollegen.

Für die Nachtschicht spricht auch, dass in ihr die Zeitspanne des zusätzlichen Kollegenkontakts minimal bleibt. Keine direkte Kommunikationsinteraktion dazwischen. Die beschränkt sich auf die Bildübergabe. Wenn überhaupt. Hätte ICH einen Teil der Tagschicht, müsste ICH MICH auch mit den Partnern vom Außendienst herumschlagen. Was die in den Beinen haben. Fehlt ihnen bekannter Weise in der obersten Extremität. Letztens musste ICH einem sogar ausgeskriptet erklären, warum es von psychohygienischer Warte keinen Sinn macht, den Bildschirm anzuschreien. Schon gar nicht, wenn sie wieder einen ihrer Heulanfälle hat. Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Ohrenstöpsel nicht. Verstand er nicht. Für den war das Wort Psychohygiene schon eine mentale Herausforderung. Fragte nach was das sei. Aber man muss sich da ganz klar sauber abgrenzen können.
Besser, man lässt den Handpanzer fahren. Militärisch gesprochen. Das ist so ähnlich wie Aufzug fahren. Der Aufzug geht hoch und runter und der Handpanzer geht auch dauernd hoch und runter. Bleib sauber. Bleib präzise. Bleib sauber. Bleib präzise. Bis ICH fertig bin, hat ihr Flennen wieder aufgehört. Und ICH bin wieder entspannt. IF LIFE HANDS YOU LEMONS, MAKE YOUR OWN FUCKING LEMONADE. Wenn das Material sonst schon nichts hergibt.

Habt Ihr schon einmal einen leblosen Körper gesehen?

Das ist auch so etwas. Was die Kollegen manchmal nachfragen. Wie das so ist. Als wäre das Smalltalk. Meistens erwidere ICH nichts. Zucke mit den Schultern, metaphorisch gesprochen. Oder antworte, weißt eh. Aber sie wissen nichts. Und meinen es nur gut. Dabei meinen sie gar nichts. Es geht immer nur um die Geste. Ihre Geste. Heutzutage möchte ja schon jeder Veteran sein. Wie man aber im Kampf überlebt? Da gibt es nur die eine Antwort. Man muss die Fähigkeit entwickeln, sich rein anschauend zu verhalten. Man muss sich in der Anschauung verlieren können. Und die Erkenntnis, die ursprünglich nur zum Dienste des Willens da war, diesem Dienste entziehen. Das heißt. Man muss sein Interesse, sein Wollen, seine Zwecke ganz aus den Augen lassen. Man muss seiner Persönlichkeit und jener des Objekts für einige Zeit völlig entsagen. Um als REIN ERKENNENDES SUBJEKT, als KLARES WELTAUGE, übrigzubleiben. Klatsch. Erwischt. Die Schopenschaurige unbeteiligte Wahrheit. Das Geheimrezept für die zentrale Quellenbewirtschaftung der verdeckten Ermittlung und Aufklärung.

Für die Gefahrenabwehr im war on terror.
Das heißt eben manchmal, in fimo arbeiten zu müssen.

Und falls Ihr Euch fragt, was in fimo eigentlich heißt. US-Forscher lancierten diesen Begriff analog zu den Begriffen in vivo (Untersuchungen im lebenden Organismus) und in vitro (Untersuchungen außerhalb des Körpers, etwa in einer Petrischale). Von fimus schrieben schon die großen Autoren wie Vergil, Tacitus oder Titus Livius. Die US-Forscher entschieden sich nach eigener Aussage für den literarischen Klang von fimus. Es gibt also endlich einen Fachausdruck für die Analyse von Kot. Hurra. ICH arbeite täglich in fimo. Ihre Scheiße gehört auch dazu.

Das soll jetzt nicht zynisch klingen. Zynismus: im späteren 18. Jh. aufgekommene Ableitung zu → zynisch (vgl. lat. cynismus, griech. ‘Lehre, Denk- und Verhaltensweise der Kyniker’); ohne Pl. in der Bedeutung ‘allgemeine Wert- und Moralvorstellungen negierende Gesinnung; Schamlosigkeit; HÖHNISCHES, SPÖTTISCHES, ZERSETZENDES WESEN’, früher vereinzelt auch für‘die Regeln des äußeren Anstands verletzendes Verhalten; Unordentlichkeit, Unsauberkeit’, häufig in Syntagmen wie blanker, kalter, purer Zynismus; dafür in jüngster Zeit die Gelegenheitsableitung Zynik F. (-; ohne Pl.); seit Mitte 19. Jh., meist im Pl., in der Bedeutung ‘spöttische, höhnische, schamlose Redensarten, Ausdrucksweisen, Reden’. Also nicht zynisch. Das soll sauber klingen. Nach reiner Wahrheit. (Nicht nach intersubjektivnachvollziehbarem Geschwafel einer postmodernen Dekonstruktionskonstruktion.)

ICH beschwere mich nie.

Aber was macht man, wenn das Objekt keine Rendite mehr abwirft?
Oder wenn es zurückschaut?

Ziffer 1.
Aktenvermerk „Feindausschaltung“.

Wie man vorzugehen hat: Appelliert an das Wiederholungstier!

ICH, um nur ein Beispiel zu nennen. ICH streue einfach. ICH streue Gerüchte. Sonst ist sie noch die, zu der sie sich selber macht. Und ein Gerücht ist immer das Gerücht des Streuenden, nie des Gerichteten. Ein Gerücht kann mehr als jede nackte Wahrheit. Ein Gerücht generiert die schönsten nackten Unwahrheiten.

Und die Zivilgesellschaft ist und bleibt dabei:
Dein Freund und Henker.

Also streue und streue und streue ICH MEINE MEINHEIT und es wird mehr und mehr und mehr und am Schluss ist sie wer. Klatsch. Reim. Habt Ihr gewusst, dass >Maus, Maus< ein Reim ist? Ein identischer Reim ist tatsächlich eine rhetorische Figur. Und genau das Gleiche gilt für das Gerücht. Je öfter wiederholt, je plausibler insistiert, umso besser die Figur. Umso literarischer. Umso mehr Geschichte wird sie. Umso mehr wird das Wenige. Und umso mehr wird geshared und missliked und komplett entleert wird das Objekt und sie wird MEIN und MEIN neuer Auftrag. Weil sie nun eine gesellschaftliche Bedrohung darstellt. Was könnte ICH allein je Verwertbareres herausschürfen? Als Ihr, IHR ALLE, für MICH schürft. Für MICH schreibt. Der beste Bot baut auf authentischen Spott. Menschlichen Spott. T(r)oll! Andere schreiben lassen, was man sie schreiben lassen möchte. HERR ÜBER DIE TOTEN AUTOREN SEIN. Das macht den totalen Autor aus. Wer wollte den totalen Autor?! WOLLT IHR DEN TOTALEN AUTOR?! ICH BIN DER TOTALE AUTOR. MEIN WISSEN MACHT MACHT. MACHT EUER ALLER WISSEN MEIN. ARBEIT WAR EINMAL.

          WISSEN MACHT FREI.

Dabei habe ICH das letzte Wort noch nicht im Abendprotokoll vermerkt. Wenn ICH es jetzt schreibe, dann ist alles aus. Dann wird es Wirklichkeit. Dann wird der Körper vom Objekt gelöst. Dann liegt sie wirklich auf der Straße, unterm Fenster, vor dem Haus. Maus Maus komm heraus. ICH berechne. ICH analysiere. Aber ICH schreibe niemandem etwas VOR. ICH protokolliere DANACH. Dass sie springen würde, wusste ja niemand. Nur sie wusste es. Ihr Wissen hat sie frei gemacht.

Ziffer 2.
Aktenvermerk „HUGO“.

Sie wurde also zu HUGO. Wie eine Boeing 737, die mit dem Programm der gesamtgesellschaftlichen Quantenlogik läuft. Schnauze rauf simuliert. Geht tatsächlich runter.

Klatsch.

          Human gone.

___

In Wahrheit fälsche ICH also nicht nur Bücher. ICH schreibe sie. *
Kommt trotzdem wieder. Und bleibt Leser! #sorryguys #iamacompleteloser

 

 

 

* GPT-2 is a large transformer-based language model with 1.5 billion parameters, trained on a dataset of 8 million web pages. GPT-2 is trained with a simple objective: predict the next word, given all of the previous words within some text. The diversity of the dataset causes this simple goal to contain naturally occurring demonstrations of many tasks across diverse domains. GPT-2 is a direct scale-up of GPT, with more than 10X the parameters and trained on more than 10X the amount of data.

GPT-2 displays a broad set of capabilities, including the ability to generate conditional synthetic text samples of unprecedented quality, where the model is primed with an input and given the order to generate a lengthy continuation. In addition, GPT-2 outperforms other language models trained on specific domains (like Wikipedia, news, or books) without needing to use these domain-specific training datasets. On language tasks like question answering, reading comprehension, summarization, and translation, GPT-2 begins to learn these tasks from the raw text, using no task-specific training data. While scores on these downstream tasks are far from state-of-the-art, they suggest that the tasks can benefit from unsupervised techniques, given sufficient (unlabeled) data and compute. GPT-2 generates synthetic text samples in response to the model being primed with an arbitrary input. The model is chameleon-like—it adapts to the style and content of the conditioning text. This allows the user to generate realistic and coherent continuations about a topic of their choosing.

In summary, WE created a new dataset which emphasizes diversity of content, by scraping content from the Internet. In order to preserve document quality, WE used only pages which have been curated/filtered by humans—specifically, WE used outbound links from Reddit which received at least 3 karma. This can be thought of as a heuristic indicator for whether other users found the link interesting (whether educational or funny), leading to higher data quality than other similar datasets, such as CommonCrawl. NOTE THAT WHILE WE HAVE HAND-CHOSEN THESE SAMPLES, AND ARE THUS ENGAGING IN SOME META-CHERRY-PICKING, WE BELIEVE THEY ARE NOT TOO UNREPRESENTATIVE OF THE SAMPLING PROCESS.

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